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Benz Saegewerk

Am 14. Februar 1822 kaufte Zimmermeister Johann Benz die Sägemühle nebst Zubehör für genau 3230 Gulden, wie ein Auszug in Orginalschrift aus dem "Hohengeroldseck´schen gerichtlichen Contracten-Protokoll" aus Seelbach beweist. Nach ihm übernahmen Xaver Benz , Theodor Benz und schließlich Alois Benz (1870 - 1945) das Mühlwerk nebst Grundbesitz. Der gebürtige Kuhbacher erlernte das Sägehandwerk im elterlichen Betrieb von der Pike auf und ging, wie es in dieser Branche auch später noch üblich war, auf Wanderschaft. Seine Söhne Josef und Theodor traten in die Fußstapfen des Vaters und führten den Betrieb sant Säge und Holzhandlung weiter.
Die Alois Benz KG, wie sich das Unternehmen seit Mitte der 50er Jahre nannte, wurde auch in der folgenden Generation von Familienangehörigen weitergeführt. Die heutigen Eigentümer, Konrad und Martin Benz übernahmen am 1. Januar 1972 die Firma.
Mit Ulrich und Stephan Benz, beides Söhne von Konrad Benz, ist mittlerweile die achte Generation im Familienunternehmen tätig. Während Sohn Ulrich für die kaufmännische Abwicklung im Betrieb zuständig ist, steht Stephan als Industriemeister seinem Vater zur Seite.
Hatte das Sägewerk nach Auskunft von Konrad Benz, der den Beruf des Holzbearbeitungsmechanikers und Holzkaufmanns erlernte, in seinen Glanzzeiten 25 Beschäftigte, so erledigen heute vier Mitarbeiter im Hobelwerk die Arbeit. Und die hat sich gegenüber früher sehr gewandelt.
War es im vorigen Jahrhundert das Sägewerk mit dazugehörigen Landwirtschaft, die für den Lebensunterhalt sorgten, sahen Konrad und Martin Benz unmittelbar nach der Betriebsübernahme die betriebliche Zukunft in einem Hobelwerk. "Es waren verschiedene Gründe", erinnerte sich Konrad Benz an die Stilllegung des Sägewerks 1973, denn neben dem Personalmangel war es auch der Maschinenpark, der seiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß war, um konkurrenzfähig zu sein. "Die Spezialisierung hat sich in jedem Fall gelohnt", so der Rückblick von Benz, dessen Betrieb heute für Einzelanfertigungen und Sonderprofile für den Bau- und Industriebedarf einen festen Kundenstamm hat. "Klasse statt Masse" heißt die Devise des Kuhbacher Unternehmens, das bei den Profilhölzern ebenso auf Qualität setzt wie bei den Massivholz-Fußböden. Mit zum Erfolg trug auch eine Entwicklung bei, die zuvor niemand in der Branche für möglich gehalten hätte. So wurde die heimische Douglasie zum "Renner" und belegt heute rund 40% des Umsatzes im Hobelwerks, während die Rohware Fichte, die überwiegend aus skandinavischen Ländern kommt, 60 % ausmache. "Unsere Spezialität ist die Sondergröße", meinte Benz zum Kundenstamm aus dem gesamten Bundesgebiet, womit er sich von den Mitbewerbern absetzt, die nicht auf Sonderwünsche der Kunden eingehen können. Auf etwa 5.000 Kubikmeter Schnittholz aus Fichte, Douglasie und Lärche kommt die Alois Benz KG jährlich.